Funktionsprinzip..

....der sequentiellen Gaseinblasanlagen 

Das sequentielle Einspritzsystem zählt zu den technisch ausgereiften Systemen zum Umschalten von Benzin auf Flüssiggas im gasförmigen Zustand, die auf dem Markt anzutreffen sind. Das Prinzip, nach dem die Gas-Steuerung die Einspritzzeiten der Gasinjektoren berechnet, basiert auf der Erfassung der Benzineinspritzzeiten während des Betriebs mit Gas auf internen Emulationsimpedanzen der Gas- Steuerung.

Das bedeutet, dass die Motorkontrolle der Benzinsteuereinheit überlassen wird, während die Gassteuereinheit die Aufgabe hat, die von der ersten Steuereinheit für die Benzineinspritzer erzeugten Steuersignale in für die Gasinjektoren geeignete Steuersignale umzuwandeln. Man kann auch sagen, dass die Gassteuereinheit eine gewisse Energiemenge, die durch das Benzin freigesetzt werden müsste, in eine entsprechende Energiemenge umwandelt, die jedoch vom Gas freigesetzt wird.
Dadurch arbeitet das System nur minimal passiv bezüglich des ursprünglichen Benzinsystems und kann wirksam mit den Hauptfunktionen (Mischungskontrolle, Schubabschaltung, EGR, Beschleunigungsanreicherung usw.) und den Sekundärfunktionen (Kontrolle Klimaanlagenaktivierung, Servolenkungsüberdruck,ASR, ESP usw.) des letzteren integriert werden.

Die Umsetzung der Benzineinspritzzeiten in Gaseinblaszeiten erfolgt auf der Basis einer Reihe von Parametern, die zusätzlich zu den Benzineinspritzzeiten von der Gas- STEUERUNG erfasst werden:

- Gasdruck im Rail
- Gastemperatur
- Motorwassertemperatur
- Motordrehzahl
- Batteriespannung.

Um eine perfekte Übereinstimmung mit dem Benzinsystem zu gewährleisten, führt die Gas- Steuerung die Gaseinblasung am gleichen Zylinder durch, an dem die sich auf Benzin beziehende Einspritzzeit erfasst wurde. Das Anlassen des Motors erfolgt üblicherweise mit Benzin und im Notfall kann mittels des Schalters auf Gas umgeschaltet werden. Wenn der Umschalter auf Gas steht, kontrolliert die Gas- Steuerung (Electronic Control Unit - ektronische
Steuereinheit) die Bedingungen, die für das Umschalten notwendig sind. Das im Tank bei einem von der Zusammensetzung und der Umgebungstemperatur abhängenden Druck gelagerte Flüssiggas wird im Druckregler verdampft und auf ca. 1 bar über dem in den Ansaugkrümmern herrschenden Druck eingestellt. Sobald die zum Umschalten erforderliche Mindesttemperatur des Motors erreicht
ist, öffnen sich die am Multiventil und am Druckregler/Verdampfer angebrachten Magnetventile.


Sobald auch die anderen Bedingungen für den Übergang auf Gas (Mindestdrehzahlschwelle,Beschleunigung oder Drehzahlabfall) erfüllt sind, schaltet das System auf Gas um. Jetzt werden die Benzineinspritzdüsen deaktiviert und die Gas- Steuerung steuert die Gaseinblasinjektoren. Die Gas- Steuerung erfasst jede einzelne Benzineinspritzzeit und wandelt diese in eine Gaseinblaszeit um, um den am gleichen Zylinder installierten Injektor zu steuern. Der Injektor gibt somit die korrekte Gasmenge ab, die dem Ansaugkrümmer zugeführt wird.

Die genaue Kalibrierung des Gaskennfeldes wird durch die spezifische Gasanlagensoftware erreicht. Dank dieser Kalibrierung ist keine spezifische Anpassung an das Gassystem erforderlich, da die Anpassung an den Benzinbetrieb ausreicht.
Die Gas- Steuerung verwaltet zusätzlich zu den Gasinjektoren auch andere Funktionen, um das System zu vervollständigen, wie die Gasanlagenfüllstandsanzeige, das Steuern der Magnetventile, die Rückkehr auf Benzin bei Flüssiggasmangel, usw. Während der Montage- und Wartungsarbeiten kann der Systembetrieb angezeigt werden. Ferner kann die Diagnostik durch den Anschluss eines PC an die Steuerung von der Gasanlagensoftware unter Anwendung der Schnittstellensoftware und einer seriellen Schnittstelle RS 232 oder USB kontrolliert werden.